ALMA ESPAÑOLA

Joaquín Rodrigo: Dos Miniatures Andaluzas
Joaquín Rodrigo: Concierto de Aranjuez
Joaquín Turina: Aus den Cinco Danzes Gitanes, op. 84

Sonntag, 23. Nov. 2025 • 17.00 Uhr
Stadtkirche • Bremgarten





 
 
 

Die Werke

Joaquín Rodrigo (1901 - 1999)

Joaquín Rodrigo erblindete in seinem vierten Lebensjahr infolge einer Diphtherie Erkrankung beinahe vollständig. Trotzdem studierte er Komposition und Harmonielehre in Valencia und Paris. 1948 wurde Rodrigo Professor für Musikgeschichte am Konservatorium in Madrid. Daneben beschäftigte er sich als Musikkritiker und war beim Radio als Leiter der Musikabteilung tätig. Trotz mehrerer Augenoperationen erblindete er zu dieser Zeit vollständig. Seine Kompositionen entwarf er in Blindenschrift und diktierte sie anschliessend einem Kopisten oder seiner Frau, der türkischen Pianistin Victoria Kamhi, die auch zunächst Korrektur las. Er erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, ausserdem ernannten ihn sieben Universitäten zum Ehrendoktor. Am 30. Dezember 1991 wurde Rodrigo durch König Juan Carlos I. in den erblichen spanischen Adelsstand erhoben und erhielt in Anlehnung an seine Komposition Concierto de Aranjuez para guitarra y orquesta den Titel eines Marqués de los Jardines de Aranjuez, benannt nach den Gärten des Palacio Real de Aranjuez.

Dos Miniatures Andaluzas

Preludio • Danza

Den Anfang machen «Dos Miniaturas Anda luzas» von Joaquín Rodrigo. Diese kurzen, aber ausdrucksstarken Stücke für Streichorchester fangen die lebendige Atmosphäre Andalusiens ein und führen uns in die reiche musikalische Kultur Südspaniens ein.
- Preludio: eröffnet mit einer lebhaften Melodie
- Danza: widerspiegelt rhythmisch und temperamentvoll die spanische Leidenschaft

Joaquín Rodrigo (1901 - 1999)


Concierto de Aranjuez

Allegro con spirito • Adagio • Allegro gentile

Im Zentrum des Programms steht das 1939 entstandene Gitarrenkonzert «Concierto de Aranjuez», das populärste Werk von Joaquín Rodrigo und eines der bedeutendsten Werke der Literatur für Gitarre und Orchester. Über vierhundert Jahre war Aranjuez, südlich von Madrid gelegen, eine der bevorzugten Sommerresidenzen der spanischen Könige. Das Konzert ist eine musikalische Hommage an die Schönheit und die Geschichte des königlichen Palastes. Die Stadt am Tajo ist vor allem berühmt für ihre Gärten. Von diesen liess sich auch Joaquín Rodrigo inspirieren, als er 1939 in Paris sein erstes Gitarrenkonzert schrieb. Er wollte «den Duft der Magnolien, den Gesang der Vögel und das Plätschern der Brunnen» im Garten von Aranjuez einfangen. Seine drei Sätze führen durch eine emotionale Reise voller Leidenschaft, Melancholie und Lebensfreude. Es gelingt Rodrigo meisterhaft, das eher leise Soloinstrument Gitarre mit dem Klangkörper des Orchesters zu vereinen. Subtil lässt er das Zupfinstrument wechselnd mit unterschiedlichen Instrumentengruppen agieren. Die grosse Beliebtheit verdankt das Werk seinem zweiten Satz und seiner eingängigen und unvergesslichen Melodie, die in zahlreichen Bearbeitungen unter anderem für Jazzformationen zu hören ist. Trotz der hohen Bekanntheit dieser Melodie wird das Werk als Ganzes im deutschsprachigen Raum vergleichsweise selten aufgeführt.
- Allegro con spirito: flamencoartiger Rhythmus
- Adagio: Sologitarre und solistische Bläser treten in einen Dialog miteinander, zwischen Schmerz und Trost, in a Moll
- Allegro gentile: im Wechsel von 2/4 und 3/4 Takt

Joaquín Turina (1882 - 1949)

Joaquín Turina, geboren in Sevilla, begann als Vierjähriger Akkordeon zu spielen und lernte noch während seiner Schulzeit Klavier. Er trat schon in jungen Jahren regelmässig als Pianist, musikalischer Leiter und Interpret eigener Kompositionen in Sevilla auf. Joaquín Turina studierte in Paris und Madrid. Die Ferne seiner musikalischen Heimat Spanien inspirierte ihn zu stärkerer Beschäftigung mit spanischer Folklore und bewirkte damit eine Hinwendung zu einer Musik im Sinne der Nationalen Schulen. 1914 kehrte er als Dirigent des Orchesters des Teatro Eslava nach Madrid zurück, wurde 1931 Professor für Komposition am Königlichen Konservatorium und 1941 Leiter der Musikabteilung im Erziehungsministerium. Joaquín Turinas Ziel als Komponist war es, eine nationalspanische Musiksprache zu schaffen.

Aus den Cinco Danzes Gitanes, op. 84

Fiesta de las calderas (Adagio) • Círculos rítmicos (Allegro moderato) • Danza rítmica (Molto vivo)

Diese Tänze sind inspiriert von der Flamenco- , Sinti- und Roma-Tradition Spaniens. Sie bringen die rhythmische Vielfalt und die leidenschaftliche Sprache des spanischen Flamencos zum Ausdruck.

 
 
 
 

Željana Jerić

Željana Jerić gilt als versierte, junge, klassische Gitarristin, die sich zu einem der vielversprechendsten Talente ihrer Generation ent wickelt hat. Ihre Kunstfertigkeit, die Leidenschaft mit raffiniertem Können verbindet, hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Željana Jerić wurde im Jahr 2000 in Kroatien geboren und begann im Alter von 9 Jahren Gitarre zu spielen. Ihre musikalische Ausbil dung setzte sie bis zum Alter von 18 Jahren bei Prof. Neno Munitić fort. Im Jahr 2019 zog sie in die Schweiz (Zürich), um in der Klasse von Prof. Anders Miolin zu studieren, wo sie ihren Bachelor of Arts erwarb. Zu ihren bemerkenswerten Siegen zählen über 40 erste Preise und 15 «Grand Prix» Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben in ganz Europa. Im Juli 2023 glänzte sie an der Academia Chigiana unter der Leitung des legendären Maestros Oscar Ghiglia. Ihre starke künstlerische Persönlichkeit erregte die Aufmerksamkeit des renommierten Pro fessors Ghiglia. In Anerkennung ihres Talents wurde der kroatisch schweizerischen Gitarristin ein Stipendium verliehen. Als Trägerin des renommierten «Excellence Scholarship» der Zürcher Hochschule der Künste gehört Željana Jerić zu den wenigen Musi kerinnen und Musikern, die für ihre herausragenden Leistungen und Beiträge von ihrer Universität ausgezeichnet wurden.
 
 
 
 

Renato Botti

Der in Berikon AG aufgewachsene Musiker war ursprünglich Primar- und Realschullehrer und als Kirchenmusiker tätig. Es folgten die Masterstudiengänge in Kirchenmusik A und Schulmusik II an der Musikhochschule Luzern, sowie weitere Studien und Meisterkurse in Orchesterleitung und Sologesang an der Hochschule der Künste (ZHdK) in Zürich. Renato Botti war langjähriger Dozent für Fachdidaktik an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Liestal BL und in Aarau. Heute unterrichtet Renato Botti an der Kantonsschule Wettingen und ist als Fachvorstand in Gremien zur Schul- und Lehrplanentwicklung tätig. Die langjährige Leitung des Kammerchors Baden ist hervorzuheben sowie sein künstlerischen Schaffen an verschiedensten Operetten- und Musicalbühnen: Musical-Seebühne Brunnen, 2009 – 2013 musikalische Gesamtleitung am Theater in Arth. An der Fricktalerbühne in Rheinfelden trugen die Operetten- und Musicalproduktionen während mehr als zehn Jahren bis 2017 seine Handschrift. Seit 2018 ist er musikalischer Hauptleiter an der Operettenbühne Möriken-Wildegg. 2019 wurde Renato Botti zum neuen Dirigenten des Orchesters Bremgarten gewählt.