Die Werke
Joaquín Rodrigo (1901 - 1999)
Joaquín Rodrigo erblindete in seinem vierten Lebensjahr infolge einer Diphtherie Erkrankung beinahe vollständig. Trotzdem studierte er Komposition und Harmonielehre in Valencia und Paris. 1948 wurde Rodrigo Professor für Musikgeschichte am Konservatorium in Madrid. Daneben beschäftigte er sich als Musikkritiker und war beim Radio als Leiter der Musikabteilung tätig. Trotz mehrerer Augenoperationen erblindete er zu dieser Zeit vollständig. Seine Kompositionen entwarf er in Blindenschrift und diktierte sie anschliessend einem Kopisten oder seiner Frau, der türkischen Pianistin Victoria Kamhi, die auch zunächst Korrektur las. Er erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, ausserdem ernannten ihn sieben Universitäten zum Ehrendoktor. Am 30. Dezember 1991 wurde Rodrigo durch König Juan Carlos I. in den erblichen spanischen Adelsstand erhoben und erhielt in Anlehnung an seine Komposition Concierto de Aranjuez para guitarra y orquesta den Titel eines Marqués de los Jardines de Aranjuez, benannt nach den Gärten des Palacio Real de Aranjuez.Dos Miniatures Andaluzas
Preludio • Danza
Den Anfang machen «Dos Miniaturas Anda luzas» von Joaquín Rodrigo. Diese kurzen, aber ausdrucksstarken Stücke für Streichorchester fangen die lebendige Atmosphäre Andalusiens ein und führen uns in die reiche musikalische Kultur Südspaniens ein.- Preludio: eröffnet mit einer lebhaften Melodie
- Danza: widerspiegelt rhythmisch und temperamentvoll die spanische Leidenschaft
Joaquín Rodrigo (1901 - 1999)
Concierto de Aranjuez
Allegro con spirito • Adagio • Allegro gentile
Im Zentrum des Programms steht das 1939 entstandene Gitarrenkonzert «Concierto de Aranjuez», das populärste Werk von Joaquín Rodrigo und eines der bedeutendsten Werke der Literatur für Gitarre und Orchester. Über vierhundert Jahre war Aranjuez, südlich von Madrid gelegen, eine der bevorzugten Sommerresidenzen der spanischen Könige. Das Konzert ist eine musikalische Hommage an die Schönheit und die Geschichte des königlichen Palastes. Die Stadt am Tajo ist vor allem berühmt für ihre Gärten. Von diesen liess sich auch Joaquín Rodrigo inspirieren, als er 1939 in Paris sein erstes Gitarrenkonzert schrieb. Er wollte «den Duft der Magnolien, den Gesang der Vögel und das Plätschern der Brunnen» im Garten von Aranjuez einfangen. Seine drei Sätze führen durch eine emotionale Reise voller Leidenschaft, Melancholie und Lebensfreude. Es gelingt Rodrigo meisterhaft, das eher leise Soloinstrument Gitarre mit dem Klangkörper des Orchesters zu vereinen. Subtil lässt er das Zupfinstrument wechselnd mit unterschiedlichen Instrumentengruppen agieren. Die grosse Beliebtheit verdankt das Werk seinem zweiten Satz und seiner eingängigen und unvergesslichen Melodie, die in zahlreichen Bearbeitungen unter anderem für Jazzformationen zu hören ist. Trotz der hohen Bekanntheit dieser Melodie wird das Werk als Ganzes im deutschsprachigen Raum vergleichsweise selten aufgeführt.- Allegro con spirito: flamencoartiger Rhythmus
- Adagio: Sologitarre und solistische Bläser treten in einen Dialog miteinander, zwischen Schmerz und Trost, in a Moll - Allegro gentile: im Wechsel von 2/4 und 3/4 Takt
