GLASKLAR

Antonio Salieri: Sinfonia in D-Dur, “La Veneziana”
Johann Friedrich Reichardt: Rondeau für Glasharmonika und Streicher, B-Dur
Gaetano Donizetti: Sinfonia in g-Moll für Bläser
Carl Leopold Röllig: Konzert für Glasharmonika und Orchester, Es-Dur
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 89 in F-Dur

Sonntag, 19. Juni 2022 • 11.00 Uhr
Kapuzinerkirche • Bremgarten

Eintritt Fr. 25.–
Auszubildende/Studierende Fr. 10.–
Kinder und Jugendliche bis zu 16 Jahren gratis

Nach der Matinée sind Sie herzlich zum Apéro im Kreuzgang eingeladen

 
 
 

Die Werke

Antonio Salieri (1750 - 1825)

Antonio Salieri, geboren in der Region Venedig, erwarb in Wien großes Ansehen als Komponist von Opern, Kammer- und Kirchenmusik. Während 36 Jahren wirkte er in Wien als „Kapellmeister der kaiserlichen Hofmusikkapelle“, wo er grosse Wertschätzung genoss. Häufig arbeitete Salieri mit Haydn, Spohr und Mozart zusammen und unterrichtete zukünftige Tonsetzer wie Beethoven, Czerny,  Liszt und Schubert. In gewissen Epochen wurden Salieris Werke als uninspiriert abgetan. Im Jahr 2003 verlieh Cecilia Bartoli mit einer Sammlung ausgewählter Arien Salieris Werken einen auffälligen Aufschwung. Einzelne Werke Salieris fanden auch Eingang in die moderne Filmmusik.

Sinfonia in D-Dur, „La Veneziana“

„La Veneziana“ ist eine Bearbeitung aus verschiedenen Ouvertüren Salieris. Diese Sinfonia in D-Dur beginnt mit einem verkürzten Sonatensatz aus „La scuola de’ gelosi“. Der zentrale langsame Satz, ein gefälliges Andantino grazioso und das abschließende Presto stammen beide aus der Ouvertüre zu „La partenza inaspettata“.

Johann Friedrich Reichardt (1752 - 1814)

Komponistenruf hat sich Reichardt besonders durch seine Lied-Kompositionen zu Goethe Texten erworben, in denen er seine Individualität mit voller Freiheit entfalten konnte. Seine Komposition „Bunt sind schon die Wälder“ zählt heute zu den bekanntesten deutschen Volksliedern, ebenso sein „Wenn ich ein Vöglein wär“. Auf Anregung von Philosoph Immanuel Kant nahm er ein Jurastudium in seiner Geburtsstadt Königsberg auf. Während seiner vielen Bildungs- und Konzertreisen knüpfte Reichardt schnell Kontakte zu bekannten Komponisten die zu einer Inspirationsquelle seines eigenen musikalischen Schaffens wurden.

Rondeau für Glasharmonika und Streichorchester

Man sagt von der Glasharmonika: „Dass dies unbeschreiblich schöne Instrument an Süße und Zartheit des Tons alles, selbst die menschliche Stimme, übertrifft.“

Gaetano Donizetti (1797 - 1848)

Domenico Gaetano Maria Donizetti, geboren in Bergamo, war eine der führenden Persönlichkeiten der italienischen Oper. Er komponierte in kurzer Zeit eine enorme Anzahl von Opern, Streichquartetten und Symphonien. Seine intensive Musik ist voll von unvergesslichen Melodien, durchdrungen von menschlicher Dramatik und hat oft eine ausdrucksstarke lyrische Qualität. Donizetti reiste oft nach Paris, Wien, Mailand, Rom und Neapel.

Sinfonia in g-Moll für Bläser

Einer kurzen langsamen Einleitung folgt ein Allegro von melodramatischem Zuschnitt. Das Pathos der marschartigen Überleitungen und das walzerartige zweite Thema, das von Stimme zu Stimme wandert, verraten schon einiges von Donizettis Bühnentalent. Dieses Stück ist voller Dramatik, Aufregung und Humor sowie wunderschön lyrischen, singenden Phrasen, die gut zu Holzblasinstrumenten passen.

Carl Leopold Röllig (1754 - 1804 )

Carl Leopold Röllig war ein deutscher Glasharmonikaspieler, Instrumentenbauer,  Bibliothekar, Schriftsteller, Musikjournalist und Komponist. Nach seiner Jugendzeit in Hamburg lebte er in Berlin und Wien. Als Bibliothekar legte er in Wien den Grundstein für die heutige Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek Wien ÖNB. Dank seiner Karriere als Glasharmonikavirtuose auf der von Benjamin Franklin erfundenen Glasharmonika konnte er mit diesem Instrument Tourneen durch mehrere europäische Länder unternehmen. Röllig entwickelte auch eine Tastenglasharmonika, bei der die Schalen über Tasten zum Klingen gebracht wurden. Denn Röllig glaubte: „Dass deßen häufiger Gebrauch, durch die starke Erschütterungen und daß beständige Zerren der Schalen an den zarten Nerven der Finger, Krankheiten hervorbringt, die mich jetzt noch zittern machen, wenn ich ihrer mich erinnere.“

Konzert für Glasharmonika und Orchester Es-Dur

Das Manuskript des unveröffentlichten Konzertes für Glasharmonika und Orchester in Es-Dur von Carl Leopold Röllig befindet sich in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Für das Konzert mit dem Orchester Bremgarten wurde eigens eine Partitur des unbekannten und bisher wahrscheinlich noch nie aufgeführten Werkes erstellt.

Joseph Haydn (1732 - 1809)

Joseph Haydn arbeitete als Kapellmeister an diversen Fürstenhöfen, darunter 30 Jahre im Fürstenhaus Esterházy in Eisenstadt. Er erfand die 4-sätzige, von ihm um das Menuett erweiterte Form der Sonate. Haydns Werke, insbesondere sein umfangreiches Sonatenschaffen, seine Streichquartette, seine Sinfonien, darunter die zwölf Londoner, sowie die Oratorien „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“ haben der Wiener Klassik den Weg bereitet. Seine Werke waren in ganz Europa bekannt und Haydn genoss aufgrund der aussergewöhnlichen Qualität seiner geistsprühenden Musik internationale Anerkennung.

Sinfonie Nr.89 in F-Dur

Selten zu hören ist die Sinfonie Nr. 89 in F-Dur, obgleich der erste Satz, das Vivace, in seiner federnden Leichtigkeit von großem Reiz ist. Darauf folgen ein wiegendes Andante und ein Menuett von stoischer Eleganz. Ein Vivace assai mit einem markanten Moll-Teil bildet das Finale.

 
 
 
 

Peter Sterki, Glasharmonika

Peter Sterki studierte am Konservatorium und an der Hochschule für Musik in Zürich, wo er das Lehr- und Konzertreifediplom für Klavier erwarb. Sein Parallelstudium an der Universität Zürich schloss er mit einem Master in Germanistik und einer Promotion in Musikwissenschaft ab. Neben seiner Tätigkeit als Deutsch- und Klavierlehrer an der Kantonsschule Wettingen initiiert er interdisziplinäre Kulturprojekte. Peter Sterki lebt mit seiner Familie in Lenzburg.
 
 
 
 

Unser Dirigent: Renato Botti

Der in Berikon AG aufgewachsene Musiker, Renato Botti, war ursprünglich Primar- und Realschullehrer und als Kirchenmusiker tätig. Es folgten die Masterstudiengänge in Kirchenmusik A und Schulmusik II an der Musikhochschule Luzern, sowie weitere Studien und Meisterkurse in Orchesterleitung und Sologesang an der Hochschule der Künste (ZHdK) in Zürich. Renato Botti war langjähriger Dozent für Fachdidaktik an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Liestal BL und in Aarau. Heute unterrichtet Renato Botti an der Kantonsschule Wettingen und ist als Fachvorstand in Gremien zur Schul- und Lehrplanentwicklung tätig. Die langjährige Leitung des Kammerchors Baden ist hervorzuheben sowie sein künstlerischen Schaffen an verschiedensten Operetten- und Musicalbühnen: Musical-Seebühne Brunnen, 2009 – 2013 musikalische Gesamtleitung am Theater in Arth. An der Fricktalerbühne in Rheinfelden trugen die Operetten- und Musicalproduktionen während mehr als zehn Jahren bis 2017 seine Handschrift. Seit 2018 ist er musikalischer Hauptleiter an der Operettenbühne Möriken-Wildegg. 2019 wurde Renato Botti zum neuen Dirigenten des Orchesters Bremgarten gewählt.