HORNKLÄNGE

Arvo Pärt: Fratres
Luigi Cherubini: Hornsonate Nr. 2
Samuel Wesley: Sinfonie Nr. 6 B-Dur
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert Nr. 2 für Horn und Orchester KV 417

Sonntag, 6. November • 17.00 Uhr
Stadtkirche • Bremgarten

Eintritt Fr. 25.–
Auszubildende/Studierende Fr. 10.–
Kinder und Jugendliche bis zu 16 Jahren freier Eintritt

 
 
 

Die Werke

Arvo Pärt (*1935)

Arvo Pärt ist ein estnischer Komponist, der als Vertreter der Neuen Einfachheit zu den bedeutendsten lebenden Komponisten Neuer Musik zählt. Im Jahr 1980 emigrierte Arvo Pärt auf Druck der sowjetischen Regierung mit seiner Familie nach Wien, wo er die österreichische Staatsbürgerschaft erhielt. Sein neoklassisches Frühwerk wurde von der Musik Schostakowitschs, Prokofjews und Bartóks beeinflusst, ebenso experimentierte er mit Schönbergs Zwölftonmusik. In einer langen schöpferischen Pause befasste er sich vor allem mit der Gregorianik. Arvo Pärt gehört zu den wichtigsten und gleichzeitig populärsten Schöpfern spiritueller, geistlicher Musik der Gegenwart.

Fratres

Der Komponist nimmt uns mit auf eine meditative, harmonische Reise, die auf einem einfachen mathematischen Regelwerk aufgebaut ist. Der Tintinnabuli-Stil, von Arvo Pärt erfunden, bedeutet im Wesentlichen, dass einige Stimmen auf das Spielen von Noten eines bestimmten Dreiklangs, in Fratres ist dies der a-Moll-Dreiklang, beschränkt sind, während die anderen Stimmen Melodien spielen. Zwischen jedem Paar von Segmenten gewährt ein wiederkehrendes, harmonisch leeres Schlagzeugmotiv - die Ruhepunkte - einen Moment der Kontemplation vor der nächsten Akkordfolge.

Luigi Cherubini (1760 - 1842)

Geboren in Florenz, galt Luigi Cherubini, wie Mozart, als musikalisches Wunderkind. Im Alter von 25 siedelte er nach Paris über, wo er Zeit seines Lebens blieb und vor allem durch seine Opern und geistlichen Werke Berühmtheit erlangte. Komponiert im Jahr 1804, als Prüfungsstück für Hornisten am Conservatoire Paris, stellt die Sonate hohe technische Ansprüche an den Interpreten.

Hornsonate Nr. 2

Largo • Allegro moderato

Die zweiteilige Sonate beginnt mit einem Largo, das dem Hornisten mit einigen freien Kadenzen Zeit gibt sich auf seinem Instrument auszudrücken. Dann folgt - attaca - ein Allegro moderato, das mit schnell angestossenen Tonleitern und Arpeggien an eine Koloraturarie erinnert.

Samuel Wesley (1766 - 1837)

«Der englische Mozart», wie Samuel Wesley auch genannt wurde, wuchs als Wunderkind in Bristol auf. Früh erlernte er das Geigen-, Cembalo- und Orgelspiel und war schon als Achtjähriger für sein Kompositions- und Improvisationstalent bekannt. Er war unbestritten der grösste englische Organist seiner Zeit, der dazu beitrug, die Musik von J.S. Bach in England einzuführen. Ein Grossteil von Wesleys zahlreichen Werken wurde jedoch nur zum Zeitpunkt der Komposition veröffentlicht und dann vergessen. So sind Kopien seiner Werke selten und in modernen Aufführungsausgaben höchstens als Manuskript verfügbar.

Sinfonie Nr. 6 B-Dur

Allegro • Andante • Minuetto e Trio • Vivace molto

Das lebhafte, ideenreiche Allegro wird beinahe gänzlich vom ersten Thema beherrscht, obwohl auch ein Nebenthema existiert, das die Holzbläser vorstellen, welche durchweg eine prominente Stellung einnehmen. Dem einfallsreichen Andante in Es-Dur folgt ein temperamentvolles Menuett mit einem als Kontrast dienenden Trio in g-Moll. Die Krone dieses erstaunlichen Werkes ist ein dynamisches, vom Kontrapunkt und von atemberaubenden Modulationen geprägtes Finale.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)

«Wolfgang Amadeus Mozart hat sich über den Leutgeb Esel, Ochs, und Narr, erbarmt // zu Wien den 27: May 1783» Zu dieser humorvollen Widmung kam es, als Mozart das Hornkonzert Nr. 2 für den Hornisten Joseph Leutgeb (1732–1811) geschrieben hatte. Leutgeb hatte Mozart, der in Wien freischaffend wirkte, gelegentlich finanziell ausgeholfen. Als Dank komponierte Mozart im Laufe der Jahre für Leutgeb insgesamt vier Hornkonzerte, die er ihm quasi auf den Leib geschrieben hat.

Konzert Nr. 2 für Horn und Orchester KV 417

Allegro maestoso • Andante • Rondo

Dem virtuosen Allegro maestoso folgt eine lyrische Kantilene, das Andante. Im Rondo dominiert der Jagdhorn Charakter. Mozart erlaubt sich im dritten Satz einen Scherz, indem er das Thema des Rondos am Schluss auf einmal abbricht, ganz so, als hätte Leutgeb, der Hornist, vergessen wie die Melodie weitergeht.

 
 
 
 

Johannes Platz

Geboren und aufgewachsen im Schwarzwald (D) entdeckte Johannes Platz seine Faszination für den romantischen Klang des Waldhorns, als er als Bub zum ersten Mal die wuchtige Einleitung zu Tschaikowskis erstem Klavierkonzert hörte. Schon bald traf er auf seinen langjährigen Mentor Peter Arnold, bei dem er sowohl das Lehr- als auch das Künstlerische Diplom in Mannheim ablegte. Während dieser Zeit spielte er bereits in verschiedenen Kulturorchestern in Mannheim und Darmstadt, sowie im Orchester des Harzer Städtebundtheaters in Halberstadt. Sein Studium setzte Platz in Zürich fort, wo er nicht nur von Radovan Vlatkovic, dem bekannten Hornvirtuosen, unterrichtet wurde, sondern auch von Nigel Downing von der Tonhalle Zürich. Nach einem Praktikum im Orchester der Oper Zürich, spielte er als Zuzüger unter anderem in der argovia philharmonic und dem Musikkollegium Winterthur. Johannes Platz unterrichtet als Hornlehrer an verschiedenen Musikschulen in der Region Zürich.
 
 
 
 

Renato Botti

Der in Berikon AG aufgewachsene Musiker, Renato Botti, war ursprünglich Primar- und Realschullehrer und als Kirchenmusiker tätig. Es folgten die Masterstudiengänge in Kirchenmusik A und Schulmusik II an der Musikhochschule Luzern, sowie weitere Studien und Meisterkurse in Orchesterleitung und Sologesang an der Hochschule der Künste (ZHdK) in Zürich. Renato Botti war langjähriger Dozent für Fachdidaktik an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Liestal BL und in Aarau. Heute unterrichtet Renato Botti an der Kantonsschule Wettingen und ist als Fachvorstand in Gremien zur Schul- und Lehrplanentwicklung tätig. Die langjährige Leitung des Kammerchors Baden ist hervorzuheben sowie sein künstlerischen Schaffen an verschiedensten Operetten- und Musicalbühnen: Musical-Seebühne Brunnen, 2009 – 2013 musikalische Gesamtleitung am Theater in Arth. An der Fricktalerbühne in Rheinfelden trugen die Operetten- und Musicalproduktionen während mehr als zehn Jahren bis 2017 seine Handschrift. Seit 2018 ist er musikalischer Hauptleiter an der Operettenbühne Möriken-Wildegg. 2019 wurde Renato Botti zum neuen Dirigenten des Orchesters Bremgarten gewählt.